Verdi tarifvertrag einzelhandel hamburg


Die Gewerkschaft Verdi rief zum 48-stündigen Streik auf, um die Tarifverhandlungen mit dem Einzelhandelsriesen “zu beschleunigen”. Die Gewerkschaft strebt seit langem einen Tarifvertrag für deutsche Amazon-Beschäftigte an. Die aktuellen Tarifverträge stehen zum Download zur Verfügung: Verdi forderte zudem, tariflich verbindlich für den einzelhandel zu werden. Im selben Monat schloss Verdi seinen ersten Tarifvertrag mit der Deutschen Lufthansa ab. [24] Kurze Zeit später wurde Verdi offiziell in den DGB aufgenommen. [25] Die Walkouts, unter dem Motto “Kein Rabatt mehr auf unsere Einkommen”, begannen über Nacht und fielen mit Amazons Prime Day zusammen, wenn der US-Online-Handelsriese seinen “Prime”-Kunden Rabattangebote anbietet. Deutschland ist nach den Vereinigten Staaten der zweitgrößte Markt. “Das Unternehmen muss endlich die Tarifverträge für den Einzel- und Versandhandel anerkennen”, sagte Akman. “Gehälter und Gehälter bei Amazon dürfen nicht mehr im Stil eines Herren des Herrenhauses festgelegt werden.” Die Tarifpolitik von Verdi hat vor allem durch Arbeitskämpfe im öffentlichen Dienst große Media-Aufmerksamkeit erregt.

2006 haben die Gewerkschaftsmitglieder einen neuen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Bundesländer angenommen, nachdem sie zuvor drei Monate lang gestreikt hatten. [55] Der Marburger Bund lehnte das damalige Verhandlungsergebnis ab und führte die Medien zu der Meldung, er begebe sich “auf Kollisionskurs” mit Verdi. [57] Die Tarifgemeinschaft der beiden Gewerkschaften war bereits im Vorjahr aufgelöst worden. [58] 2007 starteten Verdi und der Deutsche Beamtenbund (DBB) eine drei Millionen Euro teure Werbekampagne unter dem Motto “Genug gespart”. [59] Ziel der Kampagne war es, die Aufmerksamkeit stärker auf die Arbeit des öffentlichen Dienstes im Vorfeld neuer Tarifverhandlungen zu lenken. [60] Nach einer Warnstreikwelle und mehreren Verhandlungsrunden forderten die Parteien im März 2008 eine Schlichtung. [61] [62] Obwohl dies misslang, einigte sich Verdi schließlich mit Bund, Ländern und Kommunen auf einen neuen Tarifvertrag. [63] [64] Die Gewerkschaft erzielte eine Lohnerhöhung von acht Prozent,[65] was einige Beobachter als schwere Belastung für die öffentlichen Haushalte bezeichneten. [66] Verdi zog im Handelsstreit insgesamt 50.000 neue Mitglieder an. [67] Später gelang es ihr, diesen Erfolg bei ähnlichen Verhandlungen im Jahr 2018 mit einer Vereinbarung zu wiederholen, die eine kumulative Erhöhung der Gehälter um 7,5 Prozent über einen Zeitraum von 30 Monaten vorsieht und Aufstockungen und zusätzliche Zahlungen umfasst, die den öffentlichen Sektor zu einem attraktiveren Arbeitgeber machen sollen. [68] Im April musste Amazon sechs Distributionszentren in Frankreich schließen, nachdem ein Gericht entschieden hatte, dass der Einzelhandelsriese nicht genug tue, um die Mitarbeiter zu schützen.

Ein Amazon-Sprecher sagte, das Unternehmen sei ein fairer und verantwortungsbewusster Arbeitgeber, auch ohne einen Tarifvertrag zu haben, und fügte hinzu: “In unseren Fulfillment-Centern sind unsere Löhne am oberen Ende dessen, was in vergleichbaren Jobs bezahlt wird.” Der Streik ist Teil des Vorstoßes von Verdi, die Verhandlungen mit dem Online-Handelsriesen über einen Tarifvertrag für “gute und gesunde Arbeit” abzuschließen. Die Von der Geschäftsführung und der Gewerkschaft erzielte Einigung sieht die erstmalige Schließung von 62 Karstadt- und Kaufhof-Filialen vor. Sechs von elf Filialen in Berlin werden schließen, vier in Hamburg, drei in München und zwei in Dortmund, Düsseldorf, Essen und Nürnberg. Auch viele kleinere Städte werden betroffen sein. Nur 110 Filialen bleiben vorerst geöffnet. Auch die Schnäppchenzentren in Gießen und Frankfurt werden geschlossen, während der geplante Laden in Berlin Tegel seine Pforten nicht öffnen wird. Die Warenhauskette erklärte, dass nach dem Amoklauf rund 25.000 Arbeiter bleiben werden.